Kafi Freitag: «Es het mich sehr berüehrt»

Kafi auf der Kanzel (Reto Schlaeppi).png

Kafi Freitag uf de Kanzle (Foti: Reto Schläppi)

 

D Kafi Freitag het geschter in de reformiirte Chile z Wettige prediged. Mir hend mit ihre es Interview chönne führe.

WN: Liebi Kafi, geschter hesch in de reformiirte Chile uf de Kanzle gschtande. Isch das s erschti Mal gsi?

Kafi: «Wie’n ich ja im Gottesdienst us es Nähchäschtli plaudert han, bin ich früher katholischi Messdienerin gsi. Im Rahme vo däm ehrenvolle Amt han ich sälbstverschtändlich ab und zur mal Pfarrer gschpielt und mich heimlich uf Kanzel gschliche, wenn’s der Pfarrer nöd geh het. Geschter han ich das s’erschte Mal offiziell gmacht! »

WN: Chasch dini Iidrück in e paar Wort zämmefasse?

Kafi: «Es het mich sehr berüehrt. D’Chile ich voll gsi. Viel bekannt Gesichter, wo wäge mir sind cho. Und ganz viel unbekannt, us de Gmeind. Alli sind ganz still dagsässe und händ zueglost. Es isch es grossi Verantwortig, wenn mer dort obe staht. Ich han das gschpürt und ernscht gnoh. Nachhär, wo klatscht worde isch, bin ich scho sehr glücklich gsi.»

WN: Du hesch über d Nächschtiliebi gredt, es Thema wo in Zite vo de Flüchtlingswelle und em ufflammende Nationalismus bsunders wichtig schint. Was hesch du de Lüt welle mitgehe?

«Dass sie bi sich selber sölled anfange. Mini Theorie isch ja, das Nächschtebliebe IMMER bi sich selber afangt. Wenn me zu sich und zu sim nöschte Umfeld liebevoll isch, denn treit me Friede in die Welt use. Das chan viel bewirke. Wiel Liebi isch Energie und Energie sind Welle. Wie Wasser. Und Wasser findet immer sin Weg.»

WN: Weli Rückmäldige hesch nach em Gottesdienscht übercho? Hesch de Iiduck, dass bi d Lüt dini Botschaft aacho isch?“

Kafi: «Nachhär bin ich vor der Chile gschtande und han d’Lüüt verabschiedet. D’Reaktione hend mich sehr überrascht. Grad bi de ältere Chilebsuecher han ich einiges usglöst, wie n’ich der Iidruck han. Alle hend mir sehr härzlich für mini Wort danket. Mini Predigt sigi sehr ghaltvoll gsi. Usem Läbe griffe. DAS welled sie ghöre! Ei Frau het gseid, ich sötti mit däre Predigt dur Schwiiz toure, das würdi viel uslösse und bewirke. Damit han ich nöd rechnet, wenn ich ehrlich bin. »

WN: Mir hend nach dem Gottesdienscht d Glägeheit gha mit verschidnige Gottesdienschtbsuecherinne und -bsuecher ins Gschpröch z cho. Di hend alli begeischteret tönt. Chönntsch dir vorstelle, bi ere entsprechende Aafrog no einisch in ere Chile z predige?

Kafi: «Ich bin öpper, wo grundsätzlie nie nie seid! Aber ich dänke, um das goht’s gar nöd. Es goht darum, dass d’Chile realisiert, dass sie sich öffne muess. De Lutz und sini Chilepfläg hend der Muet bewiese und händ das gmacht und sind derfür belohnt worde. Es git ganz viel Mänsche do usse, wo öppis us ihrem Läbe verzelle und de Mänsche mitgäh chan. Wenn me däne Platz git, dänn wird d’Chile dervo profitiere.»

„Härzliche Dank fürs Interview und alles Gueti für d Zuekunft!“

 

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